Melanie Brosowski Autorin

Rezensionen

Gott oder Maschine

"Im Kern der Galaxis"

Das Internet ist etwas Wunderbares. Man kann Neues entdecken und auf fast Vergessenes stoßen, so auch auf die "Terra"-Reihe aus dem Pabel Verlag.

Die "Terra-'Star Trek'"-Reihe umfasst folgende elf in sich abgeschlossene Romane:

1. "Der falsche Prophet" von Charles A. Spano & Theodore R. Cogswell
2. "Die Enterprise im Orbit" von J. A. Lawrence & James Blish
3. "Mission auf Arachnae" von Kathleen Sky
4. "Welt ohne Sterne" von Joe Haldeman
5. "Duell der Mächtigen" von Joe Haldeman
6. "Das private Universum" von Stephen Goldwin
7. "Der Preis der Unsterblichkeit" von Myrna Culbreath & Sandra Marshak
8. "Der Fluch des Phönix" von Myrna Culbreath & Sandra Marshak
9. "Der galaktische Mahlstrom" von David Gerrold
10. "Captain Perrys Planet" von Jack Carroll Haldeman
11. "Im Kern der Galaxis" von Gordon Eklund

Lassen Sie uns in diesem Fall ausnahmsweise mit dem letzten Band anfangen.
 


Deutscher Titel Im Kern der Galaxis

Originaltitel The Starless World

Autor Gordon Eklund

Verlag Pabel

Reihe Terra 368

Erscheinungsjahr Deutsche Ausgabe: 1985

Buchrücken
Die Begegnung mit einem "Gott". Sobald die Enterprise, der Kreuzer des Sternenbunds, in den Kern der Galaxis gelangt, übernimmt eine fremde Gewalt die Steuerung des Schiffes. Eine riesige Kunstwelt, ein so genannter Dyson-Körper, ein Hohlplanet mit einer Sonne im Zentrum, erwartet Captain James Kirk und seine Crew. Und ein angeblicher Gott beginnt, seine Macht über Leben und Tod von Menschen und Fremden auszuspielen.

Inhalt
Sternzeit 6527.5

Die U.S.S. Rickover gilt seit 20 Jahren als vermisst. Dennoch kommt mit einem Shuttle jenes Schiffes ein Mann an Bord der Enterprise, der behauptet, Jesus Christus zu sein. In Wirklichkeit handelt es sich um Thomas Clayton, einen alten Bekannten von Kirk. Aber sein Geist ist verwirrt, denn er beharrt darauf, der Prophet einer Gottheit namens Ay-nab zu sein.

Kurz darauf stößt die Enterprise auf einen Dyson-Körper und die Maschinen beschleunigen von allein. Dann tauchen auch noch die Klingonen auf, die allerdings, ebenso wie die Crew der Enterprise, keine Kontrolle mehr über Schiff und Waffen haben.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, beamt sich Kirk zusammen mit Uhura, Sulu, Chapel und zwei Sicherheitsmännern auf Lyra, wie Clayton den Dyson-Körper nennt, wo sie auf die Bewohner treffen, die erstaunlicherweise ihre Sprache sprechen − und auch die Klingonen sind bereits dort.

Diese bitten Kirk um Hilfe, da die Lyraner nicht die Absicht haben, sie wieder fortzulassen, denn sie sind der Überzeugung, dass es ihr Schicksal ist, ihr Los, nämlich den Tod, mit ihnen zu teilen. Clayton gelingt es währenddessen von der Krankenstation zu fliehen, und er zwingt Spock und McCoy, sich mit ihm auf den Planeten zu beamen. Kaum dort angekommen, werden sie von Männern in Uniformen der Rickover überfallen.

Kurz darauf verschwindet Uhura − sie folgt des Nachts einem Mann, den sie für ihren Vater hält. Doch die Hiobsbotschaft kommt von Scotty: Chekovs Berechnungen zufolge steuert die Enterprise auf ein Schwarzes Loch zu. Kirk und seiner Crew bleiben noch genau 93 Stunden ...

Kritik
Die Story ist nicht anspruchsvoll und mit seinen 160 Seiten ist das Buch auch nicht besonders dick. Der Schreibstil ist recht einfach, auf großartiges Techno-Gebabbel wird gänzlich verzichtet und die Übersetzung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig (Universumssprache, Armbandchrono, Geisttasten). Für Leser, die sich daran jedoch nicht stören und die gerne ihre Nasen in vergilbtes Papier der 80er-Jahre stecken, bietet die "Terra"-Reihe kurzweilige Unterhaltung nebst Nostalgie-Feeling.

Erschienen in der Incoming Message 94/August 2010