Melanie Brosowski Autorin

Rezensionen

Titel: Opus Magnum

Alles in allem ein lesenswertes Buch, wenn man über die „Äußerlichkeiten“ hinwegsehen kann.

 

  • Autor: Andrea Elster
  • Taschenbuch: 436 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1503012700
  • ISBN-13: 978-1503012707 

 

Inhalt (der Homepage der Autorin entnommen):

„Kehre heim, um heimkehren zu können.“

Der junge Arzt und Alchemist Gabricius von Hagenau hält sich an diese Botschaft, die ihm ein eindringlicher Traum vermittelt, und kehrt nach siebzehn Jahren der Abwesenheit und des rastlosen Lebens in sein Elternhaus zurück. Hier, an seinem Heimatort, hofft er, den verlorengegangenen inneren Frieden wiederzufinden. Doch stattdessen sieht er sich mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert, die ihn immer tiefer in die Selbstzerstörung treiben. Da kommt das Vermächtnis seines ehemaligen Lehrmeisters Paracelsus, ein goldener Codex, gerade zur rechten Zeit. Das wertvolle Buch scheint die Lösung bereitzuhalten, denn es enthält die Rezeptur für die Herstellung des Steins der Weisen; jenes wundersamen Elixiers, das die Heilung von jeglicher Krankheit und das ewige Leben verspricht.

Gabricius erkennt, dass der Traum ihn in sein Elternhaus zurückbeordert hat, weil hier die Möglichkeit besteht, im Laboratorium seines Vaters dieses Universalheilmittel herzustellen. Mit Hilfe seiner redseligen Magd Alma, die unsterblich in ihren Herrn verliebt ist, und dem ambitionierten Apothekergehilfen Jakob, der wiederum zarte Gefühle für Alma hegt, macht sich Gabricius an das Große Werk. Im Vitriol findet er die Ausgangssubstanz, die seinen gegenwärtigen Zustand perfekt widerspiegelt. Diese steht stellvertretend für seine gefallene Seele, die nun, ebenso wie Körper und Geist, einer Wandlung unterzogen werden will. Jede einzelne Laboroperation nötigt dem jungen Alchemisten neue Erkenntnisse und Erfahrungen ab. Bereit, sein Innerstes bloßzulegen, stellt er sich seinen Dämonen und ringt gar mit dem Teufel. Die Beobachtung der Abläufe in der Retorte erklären ihm die Vorgänge in seinem Inneren und lassen ihn so Stufe um Stufe dem Stein der Weisen entgegen reifen und damit der erhofften Antwort auf die Frage: »Wer bin ich wirklich?« Die Veränderung eines Menschen wird von seinem Umfeld akzeptiert, solange bestehende Weltbilder nicht in Frage gestellt werden. Geschieht dies jedoch, kann es gefährlich werden. Das muss auch Gabricius erfahren, als selbst ihm nahestehende Personen, allen voran Alma, an ihm zu zweifeln beginnen. Er gerät in die Fänge der Inquisition und muss erleben, dass ihn die Vergangenheit nicht nur einholt, sondern gar sein Leben fordert. Doch da ist ja noch der Stein der Weisen … 

 

Kritik:

Das Cover ist schlicht – aber gerade diese Schlichtheit hat mich doch sehr angesprochen und ich finde es auch sehr passend zum Inhalt.

Was mir sofort aufgefallen ist, ist das schlechte Lektorat bzw. anscheinend wurde nicht noch mal über die Druckfahne gesehen. Da gibt es Bindestriche und Kommata, wo keine hingehören, fehlende Leerschritte, etc.

Erst auf Seite 13 wird geschrieben, wo und wann das Ganze spielt. Ich hätte mir diese Information auf dem Buchrücken oder gleich im Prolog gewünscht.

Besonders gestört haben mich die Guillemets (»«) statt Anführungszeichen. Anstrengend zu lesen sind auch die Textpassagen in kursiv, was aber an der verwendeten Schriftart liegt.

Der Schreibstil ist flüssig, weist allerdings keine stilistischen Raffinessen auf.

Das Lesen der an die Zeit angepassten Sprache, insbesondere bei den vielen Dialogen, verleiht Authentizität, kann beim längeren Lesen allerdings schnell anstrengend werden.

Alle Charaktere wirken lebendig, insbesondere die Magd Alma, die mir als Hauptfigur am besten gefallen hat.

Auch die Detailbeschreibungen zum Beispiel bei der Kleidung oder Vorgängen haben mir gefallen und lassen auf eine entsprechend gute Recherche schließen.

Alles in allem ein lesenswertes Buch, wenn man über die „Äußerlichkeiten“ hinwegsehen kann.