Melanie Brosowski Autorin

Der Western ist tot – Es lebe der Western!

Filmkritik: Todeszug nach Yuma

Todeszug nach Yuma, Originaltitel „3:10 To Yuma“ ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1957 mit Glenn Ford und Van Heflin. Regie führte 2007 James Mangold, das Drehbuch schrieben Halsted Welles, Michael Brandt und Derek Haas. Beide Filme beruhen auf der 1953 veröffentlichten Kurzgeschichte Three-Ten to Yuma von Elmore Leonard.

Inhalt:
Im Krieg verlor Dan Evans (Christian Bale) ein Bein. Dementsprechend schwer fällt es ihm, mit den Erträgen seiner Farm seine Frau und seine zwei Söhne satt zu bekommen, von denen der ältere ihn für einen totalen Versager hält. Die Schulden wachsen ihm mit der Zeit über den Kopf und als Geldeintreiber seine Scheune abbrennen, scheint alles verloren. Dann werden Dan und seine Söhne Zeugen eines Postkutschenüberfalls des Banditen Ben Wade (Russell Crowe). Mit mehr Glück als Verstand kommen sie davon und retten auch noch dem verwundeten Kopfgeldjäger Byron McElroy (Peter Fonda) das Leben. Als dieser wieder auf den Beinen ist gelingt es ihm Ben Wade festzunehmen. Gegen 200 Dollar Bezahlung, Geld, das er dringend bracht, erklärt sich Evans bereit zusammen mit anderen den Gefangenen nach Contention zu bringen, wo er den Zug um 03:10 Uhr nach Yuma nehmen soll. Doch nicht nur die Indianer, durch deren Gebiet sie reiten, machen der kleinen Gruppe das Leben zur Hölle. Wade gelingt es, einen Bewacher nach dem anderen umzubringen – und auch Cahrlie Price (Ben Foster) ist ihnen mit der Gang auf den Fersen, um seinen Boss zu befreien. Trotz allem entsteht zwischen dem Farmer und dem Gesetzlosen so etwas wie Sympathie. Als die Gruppe dann, dezimiert bis auf Evans, seinem Sohn Will, einem weiteren Mann und Wade, in Contention ankommt, dauert es nicht mehr lange bis zum blutigen Showdown.

Kritik:
Es wäre zuviel, wenn man sagen würde, dass hier der Western neu erfunden wurde. „Todeszug nach Yuma“ ist jedoch mehr als ein Aufguss eines Klassikers. Es ist mehr als eine Geschichte über Stolz und Ehre, über Gut und Böse – und die vielen Graustufen dazwischen. Dieser Western bietet nicht nur tollte Schauspieler, sondern auch eine unheimliche Charaktertiefe. Action und Landschaftsaufnahmen runden das Bild ab. Das Ende ist überraschend – blutig, aber doch nachvollziehbar. Ein Western, der wirklich sehenswert ist, und wieder einmal bewusst macht, dass man auch heute noch gute Western machen kann – wenn man will!

01/2008 Melanie Brosowski