Melanie Brosowski Autorin

Filmkritik

Jahrelang habe ich als Fan gewartet – habe die Wochen, Tage, Stunden bis zum neuen Film gezählt. Und war umso enttäuschter, als der Abspann lief.

 

Von 1993 bis 2002 hielten Fox Mulder und Dana Scully in 202 Episoden mich in Atem. Einmal in der Woche lösten die beiden FBI-Agenten spannende und mysteriöse Fälle. Sie kamen Verschwörungen auf die Spur, stießen auf geheime Experimente und kämpften gegen Außerirdische. Mit jeder Folge bangte ich mit, ob Mulders Suche nach seiner verschwundenen Schwester endlich von Erfolg gekrönt sein würde. Bereits 1998 schafften es David Duchovny und Gillian Anderson es auf die Kinoleinwand. 2008 folgte ihr Comeback – ein enttäuschendes, meiner Meinung nach.


Inhalt:
Eine FBI-Agentin verschwindet. Der Hellseher Crissman will helfen, doch die Agentin Dakota Whitney traut ihm nicht über den Weg. Über Scully, die mittlerweile in einem Krankenhaus als Ärztin arbeitet, versucht sie an Fox Mulder ranzukommen, der untergetaucht ist und sich einen Vollbart hat wachsen lassen. Als das FBI ihm anbietet, alle Vorwürfe gegen ihn fallen zu lassen, willigt er ein zu helfen. Dann verschwindet eine weitere Frau …Auch sie soll Opfer eines bizarren medizinischen Experimentes werden.

Kritik:
Viel zu deutlich merkt man, dass „Jenseits der Wahrheit“ nicht für Fans produziert wurde. Anspielungen sind da, aber der Handlungsstrang der Serie wird nicht weitergeführt. Die Storyline kratzt lediglich an der Oberfläche von dem, was Akte X eigentlich ausmachte. Die Außerirdischen bleiben fern, die Spannung und Charaktertiefe ebenfalls. Die neue Synchronstimme von David Duchovny schafft mehr Distanz als Nähe. Scully macht den Eindruck eines Nervenbündels, das jederzeit kurz davorsteht, zu heulen. Sie will ihre Zeit beim FBI am besten vergessen und sich ein neues Leben aufbauen während Mulder noch immer nach der Wahrheit sucht. Lediglich die Atmosphäre des Films ist überzeugend, auch ohne Verschwörungstheorien. Großartige Special Effects oder Masken sucht man vergeblich. Auch das leichte Schauern, das einem bei mancher Folge überlief, fehlt.

Fazit:
Die Zeit von Mulder und Scully ist endgültig vorbei. Sparen Sie sich das Geld und investieren Sie es lieber in das Original.

Melanie Brosowski, Juni 2008 für die "Incoming Message" Ausgabe 69 (#122)