Melanie Brosowski Autorin

Das TZN im Interview mit M. Brosowski

Melanie Brosowski ist bestplatzierte Gewinnerin unseres Artikelwettbewerbs vom Frühjahr 2003. Sie ist 23 Jahre alt, lebt in Lüneburg und hat schon einige berufliche Entwicklungen hinter sich: Als gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte machte sie eine Umschulung zur Webdesignerin, arbeitete auch mal als Sekretärin und ist jetzt "auf der Suche nach einem neuen Job". Vielinteressiert wie sie ist, wird ihr das sicherlich gelingen.

Sie sandte uns einen Fachaufsatz ein, in dem Sie aus ethisch-moralischer Perspektive so einige rote Ampeln beim Namen nennt.

Offensichtlich beschäftigen Sie sich nicht erst seit Kurzem mit diesen Themen. Können Sie uns ein wenig über den Hintergrund Ihres Essays erzählen?

Ich bin schon seit Jahren ein "Star Trek"-Fan und ganz besonders einer von Dr. McCoy. Irgendwie faszinierten mich die Ärzte und medizinischen Möglichkeiten in "Star Trek" und auch die allgemeine Technologie der Serie, die man teilweise ja heutzutage wieder findet, zum Beispiel bei Kommunikatoren in Form von Handys.

Als dann das Klon-Schaf Dolly und der angeblich erste geklonte Mensch durch die Presse geisterten, machte ich mir Gedanken darüber, wie wohl die Medizin der Zukunft aussehen könnte, da ja einige Visionen Gene Roddenberrys - wie der Kommunikator - schon Gestalt angenommen hatten. Also begann ich zu recherchieren und so entstand der Artikel.

Welche Position vertreten Sie in der Klon-Debatte?

Ich denke, dass das Klonen von Tieren oder bestimmten Zellen die Fortschritte der Medizin beschleunigen würde. Aber das Klonen von Menschen lehne ich strikt ab. Ich sehe da einfach die Gefahr der Zwei-Klassen-Gesellschaft, den Verlust der Individualität, das Ersatzteillager Mensch, irgendwann das Aussterben der Artenvielfalt und vielleicht eine neue Art von Kriminalität. Außerdem sollte der Mensch der Natur nicht zu sehr ins Handwerk pfuschen. Wenn Gott gewollt hätte, dass der Mensch fliegt, dann hätte er ihm Flügel gegeben.

Wenn Sie die STOP-Schilder setzen könnten - wo würden Sie die Grenzen der Medizin (beziehungsweise ihrer Umsetzung) ziehen?

Das ist eine sehr schwierige Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Die Medizin hat in den letzten 100 Jahren so viele Fortschritte gemacht, die damals unvorstellbar gewesen sind, wie zum Beispiel eine Operation unter Lokalanästhesie. Sicherlich ist es wichtig, medizinisch auf dem Laufenden zu bleiben, da immer neue Krankheitserreger auftauchen. Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass der Mensch nun einmal sterblich ist, und das macht meiner Meinung das Menschsein aus: Das Wissen um die Einmaligkeit und Vergänglichkeit seiner Existenz.

STOP würde ich beim Klonen von Menschen, bei einem Unsterblichkeitsserum (man denke an die Überbevölkerung und den Welthunger), bei der gentechnischen Auslese und Aufwertung und der unbedingten Lebensverlängerung beziehunsgweise Lebenserhaltung sowie bei Cyborgs (das menschliche Bewusstsein in einem Robotergehirn oder Ersatz alles Organischem durch Künstliche Teile) setzen.

Klare Worte, wohl formuliert. - Haben Sie schon anderswo Texte veröffentlicht? Im Internet vielleicht oder in Printmedien?

Angefangen mit der Schreiberei habe ich während meiner Schulzeit. Da schrieb ich bereits Artikel für die Schülerzeitung. Ansonsten habe ich diverse Werke in der Fan-Zeitung eines kleinen "Star Trek"-Clubs und auf meiner Webseite veröffentlicht.

Verraten Sie uns URL und Titel Ihrer Webseite?

Die URL meiner Website lautet: http://www.stardust.de.vu und sie trägt den Titel Stardust. Getreu nach dem UMUK-Prinzip: Unendliche Manigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen.

Das müssen Sie jetzt aber erläutern.

UMUK bedeutet einfach unbegrenzte Vielfalt. Keine Beschränkungen, keine Grenzen. Und deshalb findet man auf meiner Homepage mehr als nur Informationen über "Star Trek". Es gibt dort Infos über Square Dance, selbst geschriebene Gedichte und Geschichten sowie einige schöne Fotos.

Wie kamen Sie dazu, an diesem Wettbewerb teilzunehmen?

Da meine Freunde der Meinung sind, dass ich ganz gut schreiben kann, dachte ich, ich versuche es einfach mal. Auf den Wettbewerb aufmerksam geworden bin ich durch die Ausschreibung auf der Internetseite.

Der Haupttitel Ihres fragt: Medizin wie bei "Star Trek" - Horror oder Segen? Wie lautet letztlich die Antwort für Sie persönlich?

"Star Trek"-Medizin ist weder Segen noch Horror. Es ist eine Richtung die wir einschlagen können. Ob wir es tun - wer weiß? Bevor wir uns auf das Gebiet der genetischen Auslese wagen, sollten wir erst mal versuchen, eine Erkältung innerhalb von zwei Stunden zu kurieren.

Danke für das Interview.